Beat
Kissling

Dr. phil. | Erziehungswissenschaftler | Psychotherapeut | Hochschuldozent

Profil

Viele Jahre Berufserfahrung als Pädagoge in Volksschule, Gymnasium und Hochschule sowie als praktizierender Psychologe erlauben mir, meine Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst von Menschen in psychischen Belastungssituationen und Krisenmomenten beratend und therapeutisch zur Verfügung zu stellen. Dazu führe ich seit Juli 2021 eine psychotherapeutische Praxis in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Psychiater und persönlichen Freund in Uster (Kanton Zürich). Ergänzend hat eine befreundete, langjährig tätige Kinder- und Jugendpsychiaterin mit mir zusammen im Januar 2022 eine psychotherapeutische Praxis in der Stadt Zürich eröffnet, die sich schwerpunktmässig um traumatisierte Asylbewerberinnen und -bewerber kümmert.

Gesellschaftliche Entwicklungen der letzten Jahrzehnte fordern heraus, sich neben der täglichen Praxisarbeit öffentlich für eine hochstehende öffentliche Bildung und Gesundheitsversorgung einzusetzen. Diese sind wesentliche Grundpfeiler eines demokratischen Zusammenlebens und sozialen Friedens. Gerade meine Generation, welche beste Bedingungen zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit hatte, sehe ich in der moralischen Pflicht, sich verantwortlich dafür einzusetzen, dass die jungen Menschen heute ebenso gesichert und in ihrer Reifung unterstützt ihren eigenen Weg gehen können. Das Engagement für unsere Jugend ist eine elementare Aufgabe jeder humanen Gesellschaft wie auch der Schutz der Würde älterer und kranker Menschen. Die Sorge füreinander festigt das Band zwischen den Generationen und belebt den Geist und die Lebensfreude in jedem Altersabschnitt, was allen zu wünschen ist.

Praxis

- Herausforderungen - 

Das Leben stellt uns vor Probleme – vor leicht und schwerer lösbare. Manche führen zu Krisen, in denen man sich überfordert fühlt, den Mut verliert und resignieren kann. Viele Menschen ziehen sich in solchen Situationen eher zurück und empfinden ihren Zustand als peinlich. Die Perspektive auf die Welt und das Leben kann dann sehr eingetrübt sein, der Alltag beschwerlich und die Mitmenschen wenig vertrauenswürdig wirken.

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- Menschen stärken -

Uns Psychologen und Psychotherapeuten stellt sich die anspruchsvolle Aufgabe, Menschen in der Krise emotional aufzufangen und zu stabilisieren, ihnen Mut und Zuversicht zu vermitteln sowie ihnen zu helfen, ihre Selbstachtung und ihr Würdegefühl wieder zu gewinnen. Dadurch wird bei den Betroffenen ihr Zutrauen gestärkt, sich den anstehenden Lebensaufgaben und Problemen gewachsen zu fühlen. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die vertrauensvolle Wiederverankerung in den persönlichen Beziehungen, insbesondere in Familien und Freundschaften – ein essentielles Thema im psychologischen Gespräch. Trotz unterschiedlicher Symptomatika sowie möglicher Ursachen bleibt die psychologisch-psychotherapeutische Arbeit mit den Hilfesuchenden grosso modo immer dieselbe: die Menschen stärken und die (herausfordernden) Sachverhalte klären.

Behandlungsschwerpunkte

  • Beratung in belastenden Lebenssituationen in Ausbildung bzw. Studium, Beruf und Familie
  • Einzel-, Paar- und Familienberatung
  • Beratung und Begleitung von Lehrpersonen
    • mit anspruchsvollen Unterrichtssituationen (Krisenintervention)
    • in Ausbildung sowie bei Berufseinstieg
  • Therapeutische Behandlung bei psychischen Beeinträchtigungen der Lebensqualität – aufgrund von Ängsten, Stimmungsbeeinträchtigungen, fehlender Motivation, Konzentrationsschwierigkeiten, Rastlosigkeit und innerer Unruhe sowie starker Gehemmtheit, Kommunikations-, Kontaktoffenheit und Bindungsschwierigkeiten

  • Therapie, Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Burnout, Persönlichkeitsstörungen sowie psychotischen Episoden (Depressionen, Schizophrenie)

Praxis Uster

Sprechzeiten nach Vereinbarung

Praxis Zürich

Sprechzeiten nach Vereinbarung

Veröffentlichungen

Buchpublikationen

Sind Inklusion und Integration in der Schule gescheitert? Eine kritische Auseinandersetzung

Nach dem Begriff der „Integration“ wurde die „Inklusion“ 2006 im schulischen Bereich eingeführt, um Gleichwertigkeit in der Bildung für alle zu garantieren. Beat Kissling, Erziehungswissenschaftler und Psychologie, zieht Bilanz.

„Beat Kissing gibt der Debatte über Integration und Inklusion im
Schulsystem neue Impulse – für alle Schularten.“
Ralf Lankau, Zeitschrift für Pädagogik →

„Die Auseinandersetzung mit seinen ausführlich begründeten Sichtweisen und der Vielfalt an z.T. hochaktuellen Befunden [ist] bereichernd und dient immer wieder der eigenen gedanklichen Klärung.“
Tobias Schubert, Zeitschrift für Heilpädagogik →

„Dem Buch gelingt eine sehr differenzierte, vielschichtige und stets um Balance bemühte Auseinandersetzung mit den Leitfragen der Integration und Inklusion; besonders bemerkenswert ist das – vielleicht aus eigenen Erfahrungen gespeiste – Plädoyer für die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern, die sich der anspruchsvollen Aufgabe der schulischen Bildung von Menschen mit Behinderung stellen.“
Mathias Stübinger →

„Das Buch bringt wertvolle, neue wissenschaftlichen Erkenntnisse. Sie verdienen eine breite und interessierte Leserschaft. Der Autor, einer humanistischen Grundhaltung verpflichtet und am Wohl des Kindes orientiert, argumentiert jenseits ideologischer Gräben. Es gibt kein Entweder-oder, wie es bei dieser Thematik immer wieder zu finden ist. Kisslings «kritische Auseinandersetzung» ist eine erhellende Lektüre in einem dogmatisch nicht selten verdunkelten Feld.“
Carl Bossard, Journal 21 / Gesellschaft für Bildung und Wissen →

Das Buch sei darum jedem zur Lektüre empfohlen, der die Vorstellung einer «zukunftsfähigen Schule» und einer echten «Bildung für alle» mit Inhalt füllen will. Es ist einerseits eine Fundgrube an neuen, wissenschaftlichen Erkenntnissen, andererseits stellt es immer den Bezug zur stets anspruchsvollen pädagogischen Praxis her.“
Eliane Perret, Zeit-Fragen

Einspruch! 2 Auswirkungen der Schulreformen

Nach dem erstaunlich grossen Echo auf Einspruch 1 (12 000 verbreitete Exemplare) sollten zwei Jahre danach die Betroffenen dieser ‘Reformen’ zu Wort kommen: Eltern, Lehrpersonen, Schüler, Lehrmeister usw. Aus den kritischen Leserbriefen, Artikeln über streikende Eltern sowie aufgrund von Radio- und Fernsehbeiträgen oder Bulletins einzelner Lehrerverbände gab es genügend Hinweise, dass die negativen Auswirkungen der Reformkaskade in der Schweiz Eltern und Lehrpersonen stark beschäftigten. Aus den Gemeinden war zu hören, dass deutlich mehr Schülerinnen und Schülern mit grossen Schwierigkeiten beim Lernen zu kämpfen hatten. Doch nur wenigen Eltern und Lehrpersonen wagten sich offen zu sprechen oder äusserten sich nur anonym. Es vermittelt den Eindruck, dass trotz der eigentlich lebendigen politischen Kultur in unserem Land die demokratische Debatte ins Stocken geraten ist. Einspruch 2 bieteteinen repräsentativen  Einblick in die alarmierenden Folgen der seit Jahren laufenden Reformkaskade zu vermitteln.

Einspruch! Kritische Gedanken zu BOLOGNA, HARMOS und LEHRPLAN 21

Schweizer Medien vermitteln seit Jahre den Eindruck, kritische Stimmen zu den zahlreichen Schulreformen seien rein konservativer bzw. rückwärtsgerichteter Herkunft. Mit Einspruch 1 haben die Herausgeber diese Desinformation richtiggestellt, indem sie politisch links bzw. linksliberal orientierten Kolleginnen und Kollegen – erziehungswissenschaftliche Experten sowie Praktiker sämtlicher Schulstufen – baten, ihre kritische Sicht an den Entwicklungen in unserem Schulwesen öffentlich zu machen. Dabei wurde daran erinnert, dass die Schule kein Wirtschaftsbetrieb im Sinne Ernst Buschors oder der OECD ist und dass deren marktförmige Instrumentalisierung der Schule längstens öffentlich hätte diskutiert werden müssen. Sogar tiefgreifende Umgestaltungen unserer Schulen wurden und werden längstens nicht mehr parlamentarisch oder über Volksabstimmung legitimiert, sondern von den CEOs in der höheren Bildungsverwaltung und an den Pädagogischen Hochschulen – also von den ‘Professionals’– beschlossen und top-down implementiert. Die von der Lehrperson gestaltete, echte pädagogische Arbeit sowie das gemeinsame Lehren und Lernen gelten als überholt. Die Schulwelt steht Kopf, was Roland Reichenbach veranlasst, «Progressiv-sein» als eine Haltung zu charakterisieren, die Bewährtes in der Schule nicht gedankenlos einer grassierenden «Neo-Manie» opfert.

Demokratie und Bildung im globalisierten Europa – die Geschichte einer schleichenden Usurpation

Die funktionale Standardisierung der Bildung, die Output-Orientierung mittels Vergleichstests über die Kantons- und Landesgrenzen hinweg, die Etablierung eines umfassenden Kontroll- und Evaluationssystems nach betriebswirtschaftlichem Vorbild zur Optimierung der Bildungsqualität, und damit verbunden auch die Einrichtung von Managementstrukturen (Schulleitungen) mit strategischen Kompetenzen sind einige der zentralen Elemente der neuen Schulkultur, die seit 1999/2000 allmählich auf allen Bildungsstufen u.a. in der Schweiz etabliert wurde. Diese «Amerikanisierung» unserer Schulen hatte bis dahin keinerlei Tradition in Europa. Die Bildung Europas wurzelte philosophisch, pädagogisch und politisch im aufklärerisch-humanistischen Bildungsverständnis. Schule hat in dieser Tradition primär ein ethisches Ziel, nämlich jedem Kind individuell zu einer möglichst umfassenden Persönlichkeitsentwicklung zu verhelfen – geistig bzw. intellektuell, sozial und emotional.  Über internationale Organisationen wie die OECD und die EU ist in überraschend schneller Manier viel Bewährtes im Schulwesen über Bord geworfen und sehr weitreichende Reformen – sogenannte Innovationen – durchgesetzt worden. Dabei gelang es den Promotoren dieser Entwicklung, die oft äusserst fragwürdigen Reformen ohne grossen Widerstand an sämtlichen demokratischen Entscheidungsgremien vorbei – nicht zuletzt auch vorbei an der Schweizer Bevölkerung –durchzusetzen. Wie dies im Einzelnen (mit welchen Strategien und Mitteln) gelang, ist Inhalt dieses Buchbeitrags.

Die digitale Bildungsrevolution und der Wandel im Verständnis der Lehrerrolle

Wäre die Digitalisierung als Bildungsthema in unseren Schulen darauf beschränkt, die entsprechenden Fertigkeiten aufzubauen und sich kritisch mit den Inhalten des Internets auseinanderzusetzen, wer hätte dagegen etwas einzuwenden? Wer Bildung als Auftrag versteht, die Entwicklung junger Menschen zu eigenständig denkenden und verantwortlich handelnden Mitmenschen zu ermöglichen, fragt sich angesichts der immer mehr Einfluss gewinnenden Digitalisierung in der Schule, um was es dabei wirklich geht: Um mehr kritische Reflexionsfähigkeit und eigenaktives Handeln sicherlich nicht. Mit der Gewöhnung an eine ausschliesslich ‘smarte Welt’ mit zahllosen Apps und Programmen für möglichst vielfältige Unterhaltung und alle anderen Arten von geistiger Entlastung, scheint schon in der Schule die Förderung des Konsumismus wichtiger geworden zu sein, als junge Menschen zu mehr Eigenständigkeit und Horizonterweiterung zu verhelfen. Unmittelbar verbunden mit diesem Wandel im Bildungs- bzw. Schulverständnis gehört auch der Wandel in der Rolle der Lehrpersonen. Diese sollen nun nicht mehr lehren bzw. vermitteln, sondern das digital gesteuerte Lernen der Schüler verwalten, moderieren, coachen. Was dieser grundlegende Wandel im Verständnis dessen, was Unterrichten bzw. Lehre genau beinhalten soll und welche Langzeitfolgen dieser Wandel zeitigt, wird in diesem Buchbeitrag erörtert.

Artikel

Wer schulische Integration forciert, verkehrt sie in ihr Gegenteil

Die Integration in der Schule kann gelingen, wenn gewisse Grundsätze beachtet werden. Wird sie jedoch wie in Deutschland zur Inklusion ausgebaut, hat das zumeist verheerende Folgen

Perspektiven einer konvivialen Form der Landwirtschaft

Für einen beachtlichen Teil der Menschheit ist das Leben auch im Jahre 2022 leidvoll und perspektivlos. Dies trotz der 1948 von der UNO-Vollversammlung deklarierten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, welche die Würde und Gleichwertigkeit jedes Menschen festgeschrieben hat. Der Beitrag stellt die Initiative des Konvivialismus vor.

Schule für alle - jeder für sich

Inklusion ist in aller Munde und soll im Klassenzimmer die Integration ablösen. Jedoch führt der gemeinsame Unterricht verschiedenster Schüler zur Vereinzelung. Und überfordert die Lehrkräfte.

Landwirtschaft am Scheideweg war die Schlussfolgerung 2009 - und heute?

«Die Ursachen der COVID-19-Pandemie, oder jeder anderen modernen Pandemie, sind kein großes Geheimnis», bemerkte Peter Daszak anlässlich eines Workshops des IPBES2 vom Juli 2020. «Dieselben menschlichen Aktivitäten, die den Klimawandel und den Biodiversitätsverlust vorantreiben, erhöhen durch ihre Auswirkungen auf unsere Umwelt auch das Pandemierisiko. Veränderungen in der Art und Weise, wie wir Land nutzen, die Ausweitung und Intensivierung der Landwirtschaft sowie nicht nachhaltiger Handel, Produktion und Konsum beeinträchtigen die Natur und führen zu mehr Kontakt zwischen Wildtieren, Nutztieren, Krankheitserregern und Menschen. So entstehen Pandemien.» Die beschriebenen Zusammenhänge sind in der allgemeinen Schweizer Öffentlichkeit wenig bekannt.

Management-Regime der Schule. Technokratische Reformen gefährden die hohe Qualität des Schweizer Bildungssystems

Am 26. Januar 2015 haben die SP- Nationalrätinnen und Nationalräte Jacqueline Badran (ZH), Marina Carobbio Guscetti (TI), Jean Christophe Schwaab (VD), Carlo Sommaruga (GE) und Cédric Wermuth (AG) sowie François Clément, Vize-Zentral- sekretär, und Fabian Molina, Präsident der JUSO Schweiz, in Le Temps eine Stellung- nahme mit dem Titel «Neue Freihandels- abkommen bedrohen das ‹Erfolgsmodell Schweiz› – Stopp TISA» veröffentlicht. Es geht darin insbesondere um den Schutz des schweizerischen Service public, der durch dieses Abkommen (TISA) weitgehend dem «freien» Markt, sprich der Privatisierung, überlassen und somit der demokratischen Kontrolle entzogen würde. Die AutorInnen erinnern daran, dass das «Erfolgsmodell Schweiz» wesentlich auf den Pfeilern des bestehenden Service public, auf der direkten Demokratie und einer auf Ausgleich aus- gerichteten Wirtschaftspolitik beruht.

Stoppt die Reformitis!

In ihrem Artikel „Als wäre die Schule eine Maschine (ZEIT Nr. 49/15)“ unterstellt Sarah Jäggi den Autoren von Einspruch – Kritische Gedanken zu Bologna, HarmoS und Lehrplan 21, sie würden mit ihrer Schrift eine „düstere Zukunftsvision“ des Schweizer Bildungswesens vorlegen. Diese Interpretation verfehlt Sinn und Gehalt unserer Publikation völlig. Uns Autoren, namhaften linken und linksliberalen Persönlichkeiten aus dem Schweizer Bildungswesen, die auf allen Stufen unterrichten, geht es mit dieser Schrift darum, der Öffentlichkeit bekannt zu machen, dass nicht nur konservative Kreise die aktuelle Schweizer Bildungspolitik kritisieren, zurzeit insbesondere den Lehrplan 21.

Wie die ‚OECD-Steuerung’ weltweit historisch gewachsene Bildungssysteme uniformiert und banalisiert

Seit 14 Jahren haben sich viele europäische Staaten von der OECD in die sogenannten Pisa-Studien einbinden lassen, die alle drei Jahre zu Ranglisten der getesteten Schüler bzw. Länder führen. Weltweit hat sich die Zahl der involvierten Staaten innerhalb weniger Jahre verdoppelt, Tendenz rasch steigend. Die Wirtschaftsorganisation ist längst dabei, sich somit als alleiniger Schiedsrichter für die Beurteilung nationaler Bildungssysteme global zu etablieren – mit welcher Legitimation? Es ist schwer nachzuvollziehen, wieso Länder mit teils gänzlich unterschiedlichen Bildungstraditionen und Bildungssystemen sich auf diesen uniformierenden, angelsächsisch orientierten Test- und Rankingfetischismus, der dem europäischen Bildungsverständnis bis 2000 gänzlich fremd war, haben ‚einspuren’ lassen. Viele Länder mit ausgezeichnet funktionierenden Bildungssystemen wie beispielsweise die Schweiz taten dies ohne jegliche Notwendigkeit.

Lehrplan 21 und die Frage: Schweizer Schule – quo vadis?

Paradigmenwechsel – ja oder nein? Diese Frage steht bei der Kontroverse um den nationalen Einheitslehrplan 21 (ein schweizerisches Unikum) permanent im Raum. Dazu gilt zunächst einmal Folgendes zu bedenken: Das Schweizer Bildungswesen galt bis vor 25 Jahren als Vorbild für sehr viele Länder weltweit und erhielt noch 1989 von OECD-Experten viel Aner- kennung und Lob. Der hohe Schweizer Lebensstandard (ohne extreme Unter- schiede zwischen Arm und Reich) wurde gemeinhin dem hohen Bildungs- und Ausbildungsniveau der Bevölkerung zugeschrieben.

Irrwege der Unterrichtsreform

Der Begriff ‘Unterrichtsreform’ legt die Vorstellung nahe, es gehe um Bemühungen für eine Optimierung des Lehrens und Lernens. Dass unter dem Banner der ‘Reform’ allerdings auch verhängnisvolle ‘Irrwege’ beschritten werden können, wurde auf einer Tagung der deutsch-österreichisch-schweizerischen ‘Gesellschaft für Bildung und Wissen’ am 24. März 2012 an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main offensichtlich. Dieser internationale Verbund von mittlerweile mehr als einhundert Professoren aus dem Hochschulbereich sowie von vielen Lehrern, Fachleitern, Schulleitern und Elternvertretern aller Schulformen setzt sich seit seiner Gründung 2010 kritisch mit der aktuellen Bildungsentwicklung auseinander, informiert regelmäßig die Öffentlichkeit (www.bildung-wissen.eu) und versucht, eine allgemeine, längst überfällige Diskussion über die Folgen dieser Entwicklung zu lancieren.

Bildungsstandards auf dem Prüfstand – Der Bluff der Kompetenzorientierung

Wie uns spätestens der 11. September 2001 hinlänglich gelehrt hat, liefern schockartig wirkende Ereignisse oftmals die Legitimati- on für strategische Maßnahmen, die zuvor in der breiten Öffentlichkeit niemals Akzeptanz gefunden hätten. Folgt man den Ausführun- gen auf der Tagung «Bildungsstandards auf dem Prüfstand – Der Bluff der Kompetenzo- rientierung» so hat auch der berühmte «Pisa- Schock» in Deutschland einem äußerst frag- würdigen Paradigmenwechsel in der Orien- tierung der Bildung den Weg geebnet, der – so das evidente Ergebnis der Tagung – zu einem Fiasko in der Entwicklung des Bil- dungswesens führt und weiter führen wird.

Vorträge

Damit das Kartenhaus nicht zusammenbricht

«Alles klar? Die alten und neuen Leiden und Freuden des Lehrberufs», Kantonale Lehrerinnen- und Lehrerkonferenz

Kultur- & Kongresshaus Aarau, 18. Mai 2022

Bedeutung von Personalität & geteiltes Interesse an der Sache für die Lehrer-Professionalität – die essentielle Debatte tut Not

Fachtagung „Das gesellschaftliche Bild und die pädagogische Bedeutung de Lehrberufe“

Universität Zürich, 2.-3. November 2018

Sind die laufenden Schulreformen resilienzfördernd?

Fachtagung „Dank innerer Stärke selbstbewusst und offen in die Welt hinaus“

Universität Zürich, 24. August 2018

Lehrplan 21 - Was bedeutet er für das Gymnasium?

Zürcher Bildungsdebatte 2
17. November 2016

Wofür steht der Lehrplan 21 wirklich?

Lehrplan 21 oder Bildungsinitiative
8. November 2016

Kurzreferat zum Podium „Gute Schulbildung für das Leben“

Lehrplan 21 – Schweizer Volksschule wohin?
1. November 2016

Vortrag zum Podium „Lehrplan 21 im Fokus“

Lehrplan 21 und die schleichende Funktionalisierung und Banalisierung der öffentlichen Schulen
30. August 2016

Der Lehrplan 21 und seine Folgen

Gute Schule Graubünden – Mitsprache bei Lehrplänen
20. April  2016

Die neuen Bildungspläne Banalisierung und De-Professionalisierung des Unterrichts?!

Philologenverband Baden-Württemberg
10. März 2014